Zenmalerei (japanisch zenga) erreichte eine erste, kurze Blüte im 12. Jahrhundert in der südlichen Sung-Dynastie in China. Während sie in China selbst keinen größeren Einfluss gewann, entwickelte sich ein Jahrhundert später die Tuschemalerei  nach chinesischen Vorbildern in japanischen Zenklöstern und erlangte in der Folge in Japan weitreichende und nachhaltige Bedeutung.

Anders als bei der herkömmlichen, buddhistischen Sakralmalerei besticht ein Zenbild durch den Einsatz einfacher künstlerischer Mittel, durch Spontaneität, Bescheidenheit und Sachlichkeit. Zenmalerei soll - oft in Verbindung mit einer  Kalligraphie - dem Betrachter die Augen öffnen für das Wesentliche, ihm Hinweise liefern auf seinem Weg zur Bewusstwerdung seines Selbst, zur Schau des eigenen Wesens.

Die Themen der Zenmalerei sind vielfältig: von der Landschaftsmalerei bis zu Pflanzen und Tieren, von Portraits des Daruma und der Zenpatriarchen bis zu Hotei, von Alltagsszenen bis zu Koan-Bildern, von den Ochsenbildern bis zu dem beliebten Ensô-Motiv.